Mit der Übergabe des Weltjugendtagskreuzes an uns deutsche Jugendliche ist der Countdown für das Weltjugendtreffen 2005 in Köln gesetzt. In unserer Delegiertengruppe waren für jedes Bistum jeweils ein Vertreter, drei für die in Deutschland lebenden Ausländer, zwei für die Behinderten in Deutschland und Vertreter für diverse Jugendverbände. Somit kam unsere Gruppe zu 38 Personen. Am Palmsonntag haben wir von kanadischen Jugendlichen das Weltjugendtagskreuz in der Papstmesse auf dem Petersplatz mit Johannes Paul II. überreicht bekommen. In dieser Woche war aber nicht nur die Kreuzübergabe und Proben für die Messe angesetzt, sondern auch eine Menge Spaß und viele informative Veranstaltungen. Zum Beispiel einen Vortrag von Monsignore Kühn zum Thema "Wie leitet der Papst die katholische Kirche?" oder eine Führung durch de vatikanischen Grotten unter dem Petersdom oder aber eine Führung durch die Basilika des Apostelfürsten Paulus. Das Programm hört sich sehr streng an, aber der Spaß kam, wie gesagt, auch nicht zu kurz. Schon vor dem Abflug nach Rom war unsere Gruppe "warm" und es verbreitete sich auf dem Flughafen eine ähnliche Stimmung wie beim Weltjugendtag. Bis zum Abschied voneinander war ein Hauch dieser Stimmung zu spüren.
Trotz all der tollen Erlebnisse bleibt die Begegnung mit dem Weltjugendtagskreuz für mich eine der stärksten Erfahrungen die ich gemacht habe. Im Moment der Kreuzübergabe war alles andere Nebensache. Den meisten Platz für Beachtung fand das Kreuz. Und so setze es sich fort bis in den Altenberger Dom, wo wir es mit 26 km Fußmarsch von Flughafen Köln/Bonn hintrugen. Jede Gemeinde, der sich das Kreuz näherte, empfing es mit dem vollen Geläut, das die Kirche bieten konnte, gleich welcher Uhrzeit. 01:30 stand dann das Kreuz im Alternberger Dom. Und als nach der Schlussandacht nur noch einige unserer Gruppe im Dom waren und Tränen vergossen, sagte einer meiner Mitfahrer: "Das ´Ding´ hat mehr Ausstrahlung als man es sich vorstellen kann." Und das trifft es. Nach dieser Zeit konnte ich in Ansätzen erahnen, wie es den kanadischen Jugendlichen gegangen sein muss, als sie nahe den Tränen vom Kreuz Abschied nahmen.
Mittlerweile ist das Kreuz in Norwegen und wird von da ganz Europa, vor allem Osteuropa bereisen, um für die ganze Welt auch den Willen zur Einheit Europas unter den Menschen zu zeigen. Palmsonntag nächsten Jahres wird es in Sarajevo in einer Messe von serbischen und kroatischen Jugendlichen wieder nach Deutschland gegeben. Ab da an durchreist das Kreuz jedes Bistum, so das jeder die Möglichkeit hat ihm zu begegnen.
Clemens Toscher
Bildquellen: © Servizio Fotografico de "L’Osservatore Romano"
